Delmenhorster Kreisblatt 16.4.2005

Schulzentrum Bookholzberg präsentierte Ganztagsangebot und bat um Unterstützung des Landes

 

Mit leeren Händen und dem Hinweis auf die knappe Kassenlage des Landes kam Staatssekretär Hartmut Saager  auf Einladung des hiesigen Landtagsabgeordneten Thorsten Thümler  ins Bookholzberger Schulzentrum. Realschulleiter Dieter Beckmann, Schul-Fachbereichsleiterin Alice Gerken-Klaas und Bürgermeister Sprung richteten hoffnungsvolle Blicke auf den hohen Beamten aus Hannover. FOTO: andreas nistler (2 Bilder)
 

 

Staatssekretär Hartmut Saager informierte sich über das ehrenamtlich organisierte Nachmittagsangebot der Schule. Große Hoffnung auf Förderung vom Land konnte er aber nicht machen.
 
bookholzberg (lau). Der gestrige Besuch von Hartmut Saager, Staatssekretär im Niedersächsischen Kultusministerium, kam für das Schulzentrum Bookholzberg kurzfristig. Dennoch stellten die Schulleiter Dieter Beckmann (Realschule) und Friedrich Stürzekarn (Hauptschule) für den hohen Besuch aus Hannover eilig eine gelungene und eindrucksvolle Präsentation ihres freiwilligen Nachmittagsprogramms auf die Beine.
 
Der Grund für ihr schnelles Handeln und ihren beherzten Vortrag: Beckmann und Stürzekarn wollten den dreifachen Vater Saager mit möglichst vielen und schlagkräftigen Argumenten davon überzeugen, dass ihr Antrag auf Anerkennung als offene Ganztagsschule zum 1. August dieses Jahres einen positiven Bescheid verdient habe. Ohne zusätzliche Lehrerstunden und finanzielle Mittel seien die derzeitigen Nachmittagsangebote in Gefahr. Saager, der auf Einladung des hiesigen Landtagsabgeordneten Thorsten Thümler (CDU) nach Bookholzberg kam und sich für seinen Besuch im Schulzentrum etwa eine Stunde Zeit genommen hatte, konnte nicht viel Hoffnung verbreiten, eher trat er mit Hinweis auf die leeren Kassen des Landes auf die Bremse.
 
Mit einer Lichtbild-Präsentation hatte Hauptschul-Leiter Friedrich Stürzekarn zuvor das freiwillige Nachmittagsangebot beider Schulen vorgestellt. An zwei Nachmittagen in der Woche können Schüler der Klassen sechs bis zehn beider Schulen derzeit aufgrund des ehrenamtlichen Engagements von Eltern, Lehrern und Schülern über den Unterricht am Vormittag hinaus in der Schule bleiben. Die Nachmittagsbetreuungen, die am Schulzentrum vor etwa drei Jahren ins Leben gerufen wurden, beinhalten ein gemeinsames Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und das Mitwirken in Arbeitsgemeinschaften wie ,,Kochen und Backen", ,,Fahrradbau", ,,Schülerzeitung am Computer", ,,Tanzen", ,,Girls-Club", ,,Mofaführerschein", ,,Fotografieren" und ,,Trommeln". Derzeit nehmen am Mittagessen laut Stürzekarn etwa 40 Schüler teil, die Arbeitsgemeinschaften werden von rund 150 Schülern wahrgenommen.
 
,,Ein solches Angebot ist heutzutage besonders wichtig", betonte Bürgermeister Gerold Sprung und verdeutlichte dem Staatssekretär zugleich, dass eine derartige Betreuung keinen kontinuierlichen Bestand haben könne, wenn sie ausschließlich auf freiwilligem Engagement von Eltern und Lehrern basiere. Dem Hinweis des 58-jährigen Rechtswissenschaftlers Saager auf die leeren öffentlichen Kassen entgegnete der Bürgermeister keck: ,,Wem sagen Sie das? Aber was gut ist, muss erhalten bleiben. Deshalb appellieren wir an Sie, uns zu helfen."
 
Die beiden Schulleiter Beckmann und Stürzekarn schlossen sich diesem Appell an mit der Bitte, ,,unseren Antrag besonders wohlwollend zu prüfen", während der Abgeordnete Thümler das Schulzentrum aus seinem Wahlbereich als ,,Juwel mit einem ganz außergewöhnlichen ehrenamtlichen Engagement" bezeichnete. In Richtung des Staatssekretärs sagte Thümler, er möge diese Botschaft ins Kultusministerium tragen. Saager kommentierte die an ihn herangetragenen Bitten knapp mit den Worten ,,ist angekommen". Beim Rausgehen suchte Saager noch kurz das Gespräch mit den Schülersprechern und verabschiedete sich - sein Fahrer und der nächste Termin warteten bereits.

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